Ein Jahr mit Marie Kondo

Tatsächlich ist es fast ein Jahr her, dass ich im Zug nach Berlin mit dem Buch von Marie Kondo angefangen habe. Es war ein Zufall, aber ich denke, dass man für ihr Buch und diese Methoden beriet sein muss. Es hat wenig Zweck andere davon zu überzeugen, oft winken diese einfach ab. Nur wer sich schon mit dem Aufräumen, Wegwerfen und Minimalisieren beschäftigt hat, dem hilft das Buch.

#Wegdamit und nicht auf die lange Bank schieben

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Unter diesem Hashtag habe ich schnell begonnen über meine Erfolge zu posten. So „verschwanden“ zahlreiche Papiere, die man nicht mehr brauchte, viele alte und uninteressante Zeitungsartikel, Computerausdrucke und Gebrauchsanleitungen von nicht mehr vorhandenen Geräten, all das konnte ich in den Papiertonnen entsorgen. Das war einfach und brachte schnelle Erfolge und darauf kann man gut aufbauen.

Es folgten meine Bücherregale. Bücher wegwerfen, ist für viele ein großes Problem und so habe ich versucht, Nachnutzer zu finden. Ein paar Kartons gingen an Freunde, wurden über eBay-Kleinanzeigen verschenkt und kamen soziale Projekte in meinem Kiez zu gute. Insgesamt waren es rund 10 Umzugskartons, aber leider sieht man nicht so viel wie ich gehofft habe. Es gibt kaum Lücken in den Regal, auch weil meine Bücher zweireihig standen. Aber ich habe einen Überblick über meine Bibliothek gewinnen können und werde Schritt für Schritt weitermachen. Eine positive Resonanz hätte ich gestern gesagt, aber da flatterte eine böse Email in mein Postfach.

Berliner kennen das vielleicht

Ich weiß nicht, ob es das bei Euch auch gibt, aber in Berlin stehen oft kleine Dinge zum Mitnehmen für alle da. Da geht es vor allem darum, gut erhaltene Bücher, Zeitschriften, CDs, aber auch Sachen wie Kerzenhalter usw. nicht in den Müll zu werfen, sondern für die Mitmieter hinzustellen. Meist nicht lange da und wenn, räumt man sie nach einer Woche weg. Kein Problem, oder? Zumal es ja kein Geheimnis ist, dass zu viel weggeworfen wird. Offensichtlich sehen das aber nicht alle so. Was macht man dann ? Einen bösen Brief an die Hausverwaltung schicken, die mit einer Abmahnung dort. Von wegen Hausmüll abstellen verboten. Hausmüll ? Ich habe mich gestern sehr geärgert und im Haus herumgefragt. Alle jüngeren Mieter haben nichts dagegen, sich im Gegenteil über Kinderbücher gefreut, selbst Sachen hingestellt. Nun kann man sicher spekulieren, Bildung, Alter, Unwissenheit ? Wer weiß. Ich finde es schade und unverständlich, dass so reagiert wird und ich bin mir auch keiner Schuld bewusst.

Wie geht es weiter ?

Unabhängig von dem schalen Beigeschmack durch die Email, mache ich weiter. Küche und Bad sind schon auf einem guten Weg, noch wenig hat sich in meiner Abstellkammer getan und auch im Kleiderschrank herrscht noch keine große Leere. Das werde ich auch nicht erreichen, aber ein paar Dinge, die nicht mehr passen oder gefallen, sollen noch weg.

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 Technische Geräte und Geschirr

Im Keller harren noch funktionierende Geräte und viel gutes Geschirr auf eine Weiterverwendung. Leider habe ich kein Auto, ich kann es also nicht zu Flüchtlingen oder Bedürftigen bringen. Wer das hier liest und helfen kann, ich würde mich freuen. Es sind wirklich Dinge, die gut sind, ich aber im Zug meiner Aktionen nicht mehr brauche.

Und habt Ihr in diesem Jahr auch „ausgeräumt“? Was haltet Ihr von Marie Kondo?

Wie gesagt, eigentlich wollte ich noch etwas mehr und vor allem positiver berichten, aber vielleicht poste ich zum Jahresanfang ein weiteres Resümee.

Bis dann,  Kerstin

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