Geliebte Kinderbuchschätze

Schon vor ein paar Wochen wollte ich etwas zur unterschiedlichen Sozialisation von Ost- und Westkindern scheiben. Ausgangspunkt war ein Zeit-Artikel und eine Frage, die ich mir schon eine Weile stelle. Warum wird oft so getan als wenn alle Deutschen mit den gleichen Büchern, Autoren, Filmen usw. aufgewachsen sind. Das beginnt mit den Kinderbüchern und Comix, geht über Maler und Komiker bis zu vielen Filmen. Sicher, manche kannte man auch im Osten. Aber wir hatten unsere eigenen Kinderbücher und die Preußler-Bücher standen zum Beispiel nicht in meiner Bibliothek, dafür aber die Bücher von Alexander Wolkow. Die waren nun im Westen nicht begannt, oder ? Im Rahmen der Blogparade zum Thema “ Geliebte Kinderbuchschätze“ möchte ich Euch diese Bücher ans Herz legen, weil sie zeitlos sind.

Fast jedes DDR-Kind kannte die Bücher von Alexander Wolkow. Dort ging es um ein Zauberland und ein kleines Mädchen namens Ann, dass von einen Sturm von zu Hause weggeweht wurde. Mit einem kleinen Hündchen. Kommt Euch das bekannt vor?

Aber zu Zeiten der Mauer und des Nichtinternets wusste man nicht, das es sich um eine “Nacherzählung”  des Buches „Der Zauberer von Oz“ von Frank Baum handelte.
Insgesamt kam die Nacherzählung auf 6 Bände, entwickelte also ein Eigenleben.

Bd. 1: Der Zauberer der Smaragdenstadt
Bd. 2: Der schlaue Urfin und seine Holzsoldaten
Bd. 3: Die sieben unterirdischen Könige
Bd. 4: Der Feuergott der Marranen
Bd. 5: Der gelbe Nebel
Bd. 6: Das Geheimnis des verlassenen Schlosses

Ich dachte, dass ich alle Bände hätte, aber vielleicht ist im Laufe der Jahre auch etwas weggekommen. Das erste Buch habe ich bei mir im Regal gefunden, sogar mit den Bestellschein für die Buchhandlung und dem Preis.

Meine Bücher sind recht mitgenommen, aber jetzt eine neue Auflage kaufen – nein, das wäre einfach nicht richtig. Ich liebe sie so wie sie sind. Wer neugierig geworden ist, kann sich den langen Wikipedia-Artikel durchlesen, der auch auf die Unterschiede der Bücher eingeht.

Toll sind auch die Zeichnungen von Leonid Wladimirski.

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Ich habe nur ein Buch mit Schutzumschlag und im dortigen Klappentext steht zu ihm folgendes.

Aus dem Klappentext von “Der gelbe Nebel “:
Gut fünfzehn Jahre war der Künstler Leonid Wladimirski Weggefährte des Schriftsteller, Alexander Wolkow auf seinen “Reisen” durch das Zauberland. Sicherlich reisten sie zusammen durch die Weltumspannenden Berge und die Unterirdische Höhle und standen staunend vor dem Tor der Smaragdenstadt. Wie hätte der Künstler sonst alles so wahrheitsgetreu wiedergeben können, wenn er nicht dabei gewesen wäre?
Die Bilder Leonid Wladimirskis gefallen den kleinen Lesern, und sie zeichnen sie gern nach. In der Werkstatt des Künstlers hängt ein großer Papierbogen auf dem viele solche Kinderzeichnungen aufgeklebt sind.
Der Künstler reist viel in der Sowjetunion und in anderen Ländern umher. Er hat Indianer in Südamerika gezeichnet, Pyramiden in Ägypten erklettert, und in Australien hat er Bumerangwerfen gelernt.
“Was ist lhr nächstes Reiseziel?” fragten wir L. Wladimirski.
“Wieder das Zauberland. Aus dem Weltraum, aus der Richtung des Sirius-Sternes, sind böse vogelköpfige Wesen in das Zauberland eingedrungen, gegen die ein langer schwerer Kampf geführt werden muß. Darüber erzählt das sechste Märchen A. Wolkows “Das Geheimnis des verlassenen Schlosses”, für das ich wieder die Farbzeichnungen machen will.”

Es gibt eine gute süße russische Seite zu ihn, die englische und deutsche Version fehlt noch. Dort findet man die Bilder zu den Büchern. Absolut sehenswert.

http://vladimirsky.emeraldcity.ru

Es gibt auch eine Fanseite zur ganze Geschichte um “Oz”, die aber nicht aktualisiert wurde. Schade, weil da eine Menge Liebe drinsteckt und auch viele Infos.

Also, wenn Ihr Stöbern wollt, klickt Euch durch die Seite.

http://www.smaragdenstadt-fanpage.de/index.htm

Wie sieht es aus? Kennt Ihr die Bücher? Habt Ihr auch immer auf die Fortsetzung gewartet?

Sprecht mit mir, Eure Kerstin

Zur Blogparade geht es hier.

 

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5 Comments

  • Psst, das Mädchen heißt Elli. Erst später reist ihre Schwester Ann ins Zauberland. Ich habe die Reihe als Kind auch geliebt. Leider hatte ich nur den ersten Band und musste die anderen immer ausleihen. Später habe ich sie dann nachkaufen können. Wir verschenken die Bücher immer zu Kindergeburtstagen, um diese zauberhaften Bücher bekannter zu machen. Ich wohne inzwischen nämlich „im Westen“ und hier kennt keiner diese wundervolle Reihe. 🙂

    Liebe Grüße
    Mona, die Tintenelfe

  • Vielen Dank für deinen Beitrag! Besonders freue ich mich darüber, dass wir „West-Kinder“ nun auch ein wenig über die Leseerlebnisse der „Ost-Kinder“ erfahren dürfen, denn leider kennt man viele dieser Bücher hier tatsächlich nicht. Da mein Vater allerdings entfernte Verwandschaft in der DDR hatte, haben wir auch ab und zu Kinderbücher aus der DDR bekommen, an die ich mich (auch wenn ich viele Titel nicht mehr kenne) immer gerne erinnere. Ich glaube, wir hatten sogar eine Schallplatte mit Geschichten aus der ehemaligen DDR…

    • Hallo, meine Verwandtschaft aus Hamburg hat bei jedem Besuch auch viele Bücher und Platten gekauft. Jetzt wo ich sie besuchen kann, sehe ich sie tatsächlich im Regal stehen. Ich überlege auch noch etwas zu den Mädchenbühcer aus der DDR zu machen. Die gab es auch und ein paar habe ich retten können.
      Viele Grüße Kerstin

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