Potsdam – Wanderung ins Katharinenholz

Immer wieder bin ich überrascht wie schnell und unkompliziert man die Potsdamer Umgebung erkunden kann. Keine riesigen Entfernungen wie in Berlin, die mich oft abgehalten haben. Jetzt ist mein Motto – spontan sein. Also habe ich zugesagt, als es hies “ wollen wir nicht am Samstag wandern gehen“. Obwohl ich niemanden kannte, habe ich mich in Potsdam-Bornstedt eingefunden und los ging es. 3-4 Stunden waren angedacht, Länge 10 km. An Ende war es fast so, aber vielleicht sollte ich mit dem Anfang beginnen.
Unsere Truppe aus 6 Frauen und einem Mann bestehend, machte sich kurz nach 10 Uhr in Richtung Ruinenberg auf den Weg.

 

Der Ruinenberg

Der Ruinenberg ist eine Anhöhe zwischen Potsdam-Bornstedt im Westen und der Potsdamer Jägervorstadt im Osten. Dort lies Friedrich der Große 1748 zur Bewässerung der Fontänen im Park Sanssouci ein Wasserreservoir bauen und mit künstlichen Ruinen als Gestaltungselemente ausschmücken. 1841 beauftragte Friedrich Wilhelm IV. den Gartenarchitekten Peter Joseph Lenné 1841 mit der gärtnerischen Gestaltung des Ruinenberggeländes. Hier gibt es eine der wunderbaren Sichtachse, wobei bei der Erschaffung des Geländes die Bäume kleiner waren 🙂 Ich war zum ersten Mal dort und das ganze Bauwerk ist wirklich beeindruckend.

 

Auf dem Weg zu unserem Ziel kamen wir an der bekannten Mühle vorbei.

Die Historische Mühle

 

Schon von weitem sah man die vielen Touristen-Busse. Nichts wie weg, dachte unsere Gruppe. Zumal wir ja jederzeit wiederkommen konnten. Ich kann man vorstellen, dass früher am Vormittag nicht so viele Menschen dort sind. Wir sind einfach daran vorbei gegangen, den linken Weg hoch in Richtung Orangerie.

 

Die Orangerie

Ich muss gestehen, ich weiß nicht, ob ich schon einmal da war. In der Kindheit war der Park Sanssouci ein beliebtes Ziel für den Sonntagsausflug. Aber so schön wie es jetzt dort ist, war es damals bestimmt nicht. Da am Tag vorher dort eine Hochzeit stattfand, konnten wir uns alles nur von außen anschauen. Am Ende des Beitrages gibt es die Infos zu den üblichen Öffnungszeiten und Preisen. Für den Moment gibt es die Fotos zum Bewundern, das mediterrane Flair ist einfach wunderbar.

 

 

 

Das Belvedere auf dem Klausberg

Noch ein schönes Schloß und wir sind fast allein dort. So geht es weiter. Sandra hat eine wunderbare Route ausgewählt und man begegnet keiner Menschenseele.

Wenig später taucht das Schloß Lindstedt wie aus dem Nichts auf. Eine Besonderheit, hier hat u.a. die Familie von Bülow gewohnt. Sagt Euch nichts ? Aber sicher Loriot. Heute kann man das Schloß für kleine Feiern mieten.

Katharinenholz und die Düsteren Teiche

Unser Weg führt links entlang und plötzlich taucht eine große Wiese auf. Wahnsinn. Ein Trampelpfad führt direkt ins Katharinenholz, dem Waldgebiet zwischen den Potsdamer Stadtteilen Eiche, Bornstedt und Bornim.

Das Katharinenholz, Bestandteil des Landschaftsschutzgebietes „Potsdamer Wald- und Havelseengebiet“, ist ein relativ kleines Gebiet und eignet sich gut für Spaziergänge. Im Wald liegt in einer Senke zwischen dem Pannenberg und den Herzbergen das verwunschen anmutende Areal der Düsteren Teiche. Ich hatte gelesen, dass die Teiche vor ein paar Jahren ausgetrocknet waren. Wir haben seit einigen Wochen extreme Temperaturen und keinen Regen, aber am Abend vorher hat es geregnet und alles war frisch und grün. Man konnte tief durchatmen und die frische Luft genießen. An mehreren Stellen beobachteten wir Ringelnattern, in den Teichen kleine Kaulquappen und Frösche und  nicht zu vergessen, die Vogelwelt.

 

Nachdem wir die Teiche umrundet haben, laufen wir wieder in Richtung Amundsenstraße und stoßen auf die ehemaligen Schießanlagen und Erdwälle.

 

Kurz danach ist es soweit – wir erreichen die Teufelsbrücke.

Die Teufelsgrabenbrücke

Die Teufelsgrabenbrücke oder (umgangssprachlich) kurz Teufelsbrücke ist ein Viadukt, das vom Architekt Ludwig Persius geplant und im Jahr 1843 gebaut wurde. Ich hatte die Brücke auf einigen Fotos gesehen und gedacht, die findest Du nie. Dabei ist es wirklich einfach, wenn man weiß wo sie liegt. Die Brücke überspannt den Abflußgraben des Bornstedter Sees (Teufelsgraben) und erreicht dabei ca. 8m Höhe. Als Fußgängerbrücke verbindet sie die die Eichenallee mit der Verlängerung der Grabenstraße. Es ist schon erstaunlich was sich in den Potsdamer Wäldern verbirgt.

Inzwischen waren wir fast am Ziel unserer Wanderung angekommen und überlegten, ob wir auf dem Krongut eine Kaffeepause einlegen sollten. Dort gibt es hübsche kleine Geschäfte und eine Bäckerei mit Café. Trotzdem machten wir nur einen kleinen Rundgang und entschlossen uns weiterzulaufen. Allerdings möchte ich Euch noch einen weißen Pfau zeigen, fotografiert durch einen Gitterzaun. Besser konnte ich es nicht bearbeiteten. Aber sieht es nicht toll aus ?

 

Nach 4 Stunden kamen wir wieder am Ausgangspunkt unserer Wanderung, dem Johan-Bouman-Platz, an. Meine App zeigte fast 14 gelaufene Kilometer an und da hatten wir uns Kaffee und Kuchen in der Bäckerei Exner verdient. Unser Timing konnte nicht besser sein, denn plötzlich kam ein Sturm auf, der Schlimmes vermuten mies. Wir verabschiedeten uns mit dem Wunsch das bald zu wiederholen.

Überblick

Zum Abschluß ein kleiner Überblick, der von Sandra (Tripp-Tipp.de) geplanten Wanderung.

„Wir starten 10.00 in Potsdam Bornstedt / Tram Haltestelle Boumann Platz – es geht dann über den Ruinenberg, vorbei an der Holländischen Mühle, am wunderschönen Orangerieschloss – weiter hinein ins Katharinenholz. Teil des Landschaftsschutzgebietes Potsdamer Wald- und Havelseengebiet. Mit seinen „Düsteren Teichen“ beherbergt es ein Feuchtbiotop, welches wir im großen Bogen umrunden – um dann, vorbei an einer historischen Brücke – zurückzukehren. Die Strecke misst ca. 10 Kilometer. Fakultativ kehren wir dann noch auf einen Kaffee ins Krongut Bornstedt oder ins Mövenpick Park Sansoucci ein. Ich schätze die Dauer auf ca. 3-4 Stunden.“

Orangerieschloss
An der Orangerie 3-5
14469 Potsdam

Öffnungszeiten:

Mai bis Oktober

Gültig 01.05.2018 – 31.10.2018
Montag: geschlossen
Dienstag – Sonntag: 10:00 – 17:30

Belvedere auf dem Klausberg
An der Orangerie 1
14469 Potsdam

Geöffnet im Rahmen von Sonderveranstaltungen

Normannischer Turm auf dem Ruinenberg
Ruinenberg
14469 Potsdam

Geöffnet im Rahmen von Sonderveranstaltungen

 

Wer Sandras Beschreibung lesen möchte, findet diese auf ihrem Blog Tripp-Tipp. Es war eine tolle Wanderung und ich freue mich schon auf das nächste Mal.