Das Tacheles in Berlin

Tacheles-Nostalgiker müssen sich beeilen, denn diesmal scheint es ernst zu sein – der Umbau des Künstlerquartiers „Tacheles“ soll wirklich stattfinden. OK, als Berliner bist Du automatisch skeptisch, weil die Eigentümer und Bauherren sich in den letzten 25 Jahren die Klinke in die Hand gegeben haben.

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Lost Place in Wittstock: die ehemalige Tuchfabrik Wegener

 Die alte Tuchfabrik (Friedrich Wilhelm Wegener) in der Nähe des Bleichwalls in Wittstock ist seit Jahren dem Verfall preisgegeben. Ich bin früh am Morgen dort entlanggelaufen und habe Bilder von außen gemacht. Das Gelände ist riesig und ist seit den 90iger Jahren weitgehend ungenutzt. Informationen zum Gelände findet Ihr unter meinen Fotos.

 

Mehr zur Geschichte der Fabrik findet man in einem Artikel auf der Seite der Stadt Wittstock an der Dosse.

Adresse:

Walter-Schulz-Platz 16909 Wittstock/Dosse

Standort:

Ehemalige Tuchfabrik Wittstock/Dosse

(Brandenburg)

Produktionshallen der ehemaligen Tuchfabrik Wittstock

Wittstock (Dosse) liegt in der östlichen Prignitz im Nordwesten des Landes Branden- burg. Bereits im Mittelalter bildeten Tuchherstellung und -handel eine wesentliche Lebensgrundlage der Einwohnerschaft. Im 18. Jahrhundert erlebte das Tuchgewerbe in Wittstock einen bedeutenden Aufschwung. Anfang des 19. Jahrhunderts arbeiteten hier über 80 Tuchmanufakturen, die überwiegend für das Militär produzierten. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts konzentrierte sich die Tuchherstellung auf zuletzt zwei große Hersteller, die Tuchfabriken Friedrich Wilhelm Wegener und Friedrich Paul. Beide verlegten um 1900 ihre nunmehr industrielle Tuchproduktion vor die Tore der Stadt. Dabei entstanden für die Wegenersche Tuchfabrik, die damals bereits mit der Tuchfabrik Draeger-Quandt in Pritzwalk fusioniert war, am heutigen Walter-Schulz- Platz eine beeindruckende Fabrikanlage. Neben einer Fabrikantenvilla wurden in mehreren Bauabschnitten mächtige mehrgeschossige Fabrikationsgebäude und einige Hallen errichtet. Bis 1990 zählte die Textilherstellung in Wittstock zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen, die den Lebens- und Arbeitsalltag mehrerer Tausend Menschen bestimmte. Die zuletzt in der DDR-Zeit als Möbelfabrik genutzte Tuchfabrik steht seit nunmehr über zwei Jahrzehnten ungenutzt leer. Als bedeutendes Zeugnis der Industriegeschichte Wittstocks und der Prignitz sowie als überaus markantes Wahrzeichen der einstigen Tuchmacherstadt besitzt die Tuchfabrik besondere Bedeutung und ist in die Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragen.

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Besuch im Industriemuseum Brandenburg

In meiner Reihe über Museen möchte ich heute das Industriemuseum meiner Heimatstadt Brandenburg an der Havel vorstellen. Das frühere Stahl-und Walzwerk war zu DDR einer der größten Arbeitgeber der Stadt und auch deshalb bekannt, weil Manfred Krug dort gearbeitet hat.
Heute ist es ein Industriedenkmal, in den man sich frei bewegen kann. Es gibt Stiegen, Leitern und Arbeitsbrücken – fast alles zugänglich, wenn man keine Höhenangst hat 🙂
Vor der Besichtigung gibt einen Helm und Umhang, ich würde (stand)feste Schuhe empfehlen, man fühlt sich damit sicherer. Im Museum habe ich mir ein kurzes Video zur Schließung des Werkes angesehen. Dort wurde erklärt warum das Werk geschlossen wurde.Nach der Wende waren die Siemens-Martin-Öfen nicht mehr wettbewerbsfähig, in Westeuropa waren sie schon den 1960er Jahren ausgemustert worden. Jetzt folgte Brandenburg. Im Dezember 1993 gab es den letzten Abstich, die Zeit der Siemens-Martin-Öfen war damit endgültig vorbei.

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Im Museum geht alles sehr familiär zu, keine große Bürokratie und man zahlt den Eintritt schon deshalb gern. Jeder Besucher wird gebraucht damit das Museum erhalten bleibt. Ich war 3 Stunden dort (länger als geplant) und habe dort tolle Fotomotive gefunden.

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Vielen Dank an Beate Wündrich vom Museums-Team, sie hat mir meine Fragen beantwortet.

Beschreiben Sie in wenigen Worten Ihr Museum

Brandenburg an der Havel kann auf eine langjährige Tradition als Stahlstandort zurückblicken, die mit dem ersten Abstich 1914 begann. Bis zum Dezember 1993 wurde hier in 12 Siemens-Martin-Öfen Stahl geschmolzen. Das Stahl- und Walzwerk Brandenburg (SWB) war in den 1980er Jahren der größte Rohstahlproduzent der DDR. In der ehemaligen Stahlwerkhalle ist das Technische Denkmal, der letzte Siemens-Martin-Ofen Europas, mit den dazugehörigen Anlagen zum Beschicken, Schmelzen und Vergießen zu besichtigen. Mit Kittel und Helm bekleidet können die Besucher den Denkmalbereich selbstständig oder mit Audioguide erkunden.
Ehemalige Werkstätten, eine Meisterstube, Schmiede und Labor ergänzen die Ausstellung.
Die Ausstellung „Brennabor in Brandenburg“ zeigt die legendären Kinderwagen, Fahrräder, Motorräder und Autos des Brandenburger Werkes.

Seit wann besteht es?

Das Industriemuseum wurde 1992 als ABM-Projekt von der SWB GmbH initiiert. Es wurde mit den Arbeiten zum Aufbau eines Museums -Sammeln und Dokumentieren-
begonnen. Im Dezember 1993 erfolgte die Stilllegung des letzten Siemens-Martin-Stahlwerkes in der Bundesrepublik Deutschland. Daher erfolgte 1994 die Eintragung des Siemens-Martin-Ofens XII in die Denkmalliste der Stadt Brandenburg an der Havel. Ein Jahrelanges zähes Kräfteringen zwischen Befürwortern für den Erhalt und für den Abriss begann.
Gestützt auf dieser breiten Basis gelang es 1996 dem damaligen Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Steffen Reiche, den Verkauf der Stahlwerkhalle an den Recyclingpark Brandenburg GmbH mit dem eingetragenen Denkmal zu vermitteln. Seit April 1998 ist das Technische Denkmal für Besucher zu besichtigen.

Im Jahr 2000 übernahm der Förderverein Stahlmuseum e. V. die Trägerschaft für das Industriemuseum Brandenburg an der Havel, das seine Arbeit in einem Museumsneubau im Denkmalbereich Siemens-Martin-Ofen aufnahm.

Warum sollte man es besuchen?

Das Industriemuseum Brandenburg an der Havel hat sich mit der Präsentation des Technischen Denkmals Siemens-Martin-Ofen und der Aufarbeitung der Geschichte des Stahlstandortes Brandenburg zu einem wichtigen Bestandteil der Museumslandschaft in der Stadt Brandenburg an der Havel und darüber hinaus des Landes Brandenburg geworden.

Haben Sie einen Lieblingsraum bzw. ein Ausstellungsstück, das Ihnen besonders am Herzen liegt?

Unser wichtigstes Ausstellungstück ist natürlich der Siemens-Martin-Ofen, mit seinen dazugehörigen Anlagen zum Beschicken, Schmelzen und Vergießen. Aber auch die Werkstätten, Schmiede, Labor, Meisterstube, Steuerstand u. a. sind sehenswert und zeigen die Arbeitsbedingungen der Stahl- und Walzwerker.

Was ist Ihnen bei einem Museum besonders wichtig?

Die Attraktivität für Jung und Alt, der Besuch von Schulklassen, aber auch von Reisegruppen, die Zufriedenheit der Gäste nach dem Museumsbesuch, so dass diese unser Museum weiterempfehlen.

Welches Museum/welche Ausstellung sollte man Ihrer Meinung nach unbedingt besuchen?

In unserem Museum gibt es noch die Ausstellung „Brennabor ín Brandenburg“, in der man die legendären Kinderwagen, Fahrräder, Motorräder und Autos besichtigen kann.

In der Stadt Brandenburg an der Havel ist das Archäologische Landesmuseum und der Dom sehenswert.

Wünsche für die Zukunft?

Der Erhalt des Industriemuseum Brandenburg an der Havel und die weitere Finanzierung des Museums durch die Stadt Brandenburg an der Havel und das Land Brandenburg.

 

Allgemeines:

Industriemuseum Brandenburg an der Havel
August-Sonntag-Str. 5
14770 Brandenburg an der Havel
Tel.: 03381/304646 stahlmuseum@aol.com
www.industriemuseum-brandenburg.de;

Öffnungszeiten: Di –So und Feiertage 10 -17 Uhr,
November bis Februar bis 16 Uhr

Eintritt: 5,00 € ermäßigt: 3,00 €
Audioguide: 2,00 €

Führungen nach Anmeldung möglich.

Achtung:
An Sonn- und Feiertagen fährt die Straßenbahn nur alle 60 Minuten als Linie 6 vom Hauptbahnhof mit Umsteigen in Linie 1 2 Richtung Quenzbrücke! Haltestelle: Industriemuseum/Am Stadion. Im Museum kann man nach den Rückfahrzeiten der Straßenbahn fragen.

 

 

Besuch des Spreepark im Plänterwald

Der Spreepark im Berliner Plänterwald ist eine Berliner Legende, viele haben Kindheitserinnerungen an Besuche mit den Eltern, man kennt die Fernsehserie „Spuk unterm Riesenrad“ oder einfach nur die „Lost Place“ – Fotos.
Schon daran sieht man, dass der ehemalige Vergnügungspark auf eine abwechslungsreiche Geschichte zurückblickt, obwohl er erst 1969 eröffnet wurde. Das berühmte Riesenrad (45 Meter hoch) war ein Geschenk zum 40. DDR-Jubiläum.

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Mit der Wende begann ein neues Kapitel des Parks, das mit einem Drogenschmuggel und vielen Jahren in einem mittelamerikanischen Gefängnis einen vorläufigen Höhepunkt fand. Diese Geschichte ist noch nicht zu Ende, wer neugierig geworden ist, kann im Internet viel zur Familie Witte finden.

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Willkommen in der „Alten Ölmühle“ Wittenberge

Ich mag Hotels.
Dort soll man sich wohlfühlen – für eine Nacht oder länger. Die Ausstattung spielt eine Rolle, die Einrichtung ist oft Geschmacksache. Wenn man Zeit hat, gönnt man sich ein gutes Frühstück.

Nicht zu vergessen – die Atmosphäre. Und wenn alles zusammenpasst, dann ist der Aufenthalt im Hotel ein Erlebnis. So ging es mir bei der Alten Ölmühle, tolle Location, wunderbares Flair und die Liebe zum Detail.

Willkommen in der „Alten Ölmühle“ Wittenberge

Die „Alten Ölmühle“ in Wittenberge wurde im 19. Jahrhundert erbaut, Eigentümer war der Berliner Kaufmann Salomon Herz. Im Laufe der Jahre gab es viele Veränderungen (alles genau auf der Webseite der Ölmühle beschrieben) bis die Produktion von Ölen 1991 endete und das ganze Areal unter Denkmalschutz gestellt wurde. Keine Seltenheit in der Nachwendezeit, aber in diesem Fall erkannte jemand das Potential der Gebäude und der Lage an der Elbe.

Blick aus meinem Zimmer

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