Fragen an Susan Hoyer vom Modemuseum Schloss Meyenburg

Ich freue mich heute meine kleinen Reihe fortzusetzen, in der ich Museen vorstelle, die in meinen Augen etwas besonderes sind. Zu dieser Kategorie gehört auf jeden Fall das Modemuseum Schloss Meyenburg in der Prignitz.

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Susan Hoyer, die Geschäftsführerin, hat sich Zeit genommen meine Fragen zu beantworten. Vielen Dank!

Bitte beschreiben Sie in wenigen Worten Ihr Museum?

Das Modemuseum Schloss Meyenburg präsentiert eine der weltweit größten Privatsammlungen historischer Kleidungsstücke und Accessoires: Die Sammlung Josefine Edle von Krepl. Auf über 1000 m² wird die Entwicklung der Kleidermode von der Jahrhundertwende um 1900 bis in die 1970er Jahre gezeigt. Eingebettet in Mobiliar und Raumdekorationen des jeweiligen Jahrzehnts entsteht im Modemuseum Schloss Meyenburg ein einzigartiges Erlebnis. Der Museumsbesuch wird durch unseren Museumsshop und das Café abgerundet. Dort kann man in Ruhe in Literatur und Kleidungsstücken stöbern und ein wenig Verweilen.

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Seit wann besteht das Museum?

Für Museumsverhältnisse ist das Modemuseum Schloss Meyenburg relativ jung, denn es wurde erst 2006 eröffnet.

Warum sollte man es besuchen?

Josefine Edle von Krepl, die Begründerin des Museums, hat über 50 Jahre ihres Lebens gesammelt und einen einzigartigen Bestand zusammengetragen. Dabei beschränkte sie sich nicht nur auf Damenkleider von 1900 bis in die 1970er Jahre, sondern hat auch eine Vielzahl an Accessoires und kleinen Möbelstücken in ihrer Sammlung aufgenommen.

Das Modemuseum Schloss Meyenburg ist kein verstaubtes und langweiliges Museum. Vergleichbar ist es eher mit einer Zeitreise durch die wichtigsten Mode- und Stiljahrzehnte des 20. Jahrhunderts. Das macht es auch für Modemuffel so interessant.

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Haben Sie einen Lieblingsraum bzw. ein Ausstellungsstück, dass Ihnen besonders am Herzen liegt?

Mir persönlich gefällt der Festsaal des Schlosses am Meisten, da er mit seinen Jugendstil-Ornamenten und der passenden Beleuchtung zu jeder Tageszeit Frische und Fröhlichkeit verbreitet. Zudem werden hier Sonderausstellungen präsentiert und Konzerte oder andere Veranstaltungen aufgeführt. So hat der Saal immer etwas Neues zu bieten.

Was ist Ihnen bei einem Museum besonders wichtig?

Ich genieße im Museum die Atmosphäre und die harmonische Zusammenstellung von ästhetischen Dingen. Für die Besucher zählt generell der Mehrwert. Man möchte unterhalten werden und eine schöne Zeit verbringen. Daneben soll der Aspekt der Weiterbildung nicht zu kurz kommen. Aber bitte ohne erhobenen Zeigefinger, denn Museen sind längst nicht mehr die belehrenden Institutionen von einst, sie machen Freude beim Lernen und Erfahrungen sammeln.

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Welches Museum/welche Ausstellung sollte man Ihrer Meinung nach unbedingt besuchen?

Das Nürnberger Stadtmuseum im Fembohaus bietet eine tolle Ausstellung zur Stadtgeschichte. Eingebettet in ein altes Wohnhaus kann der Besucher neben einem tönenden Stadtmodell ganz unterschiedliche Blickweisen auf das Leben in Nürnberg werfen. Ein gelungener Audioguide und wechselnde Sonderausstellungen sind gute Ergänzungen.

Welche Wünsche haben Sie für die Zukunft?

Für das Modemuseum Schloss Meyenburg beginnt nun die zweite Dekade. In dieser möchten wir gern wieder zahlreiche Besucher in unserem Haus begrüßen. Die Geschichte der Mode ist noch nicht zu Ende geschrieben, viele Stile kehren wieder und bei uns gilt: Zu jedem Kleid gehört eine Geschichte.

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Allgemeines zum Museum: 

Modemuseum Schloss Meyenburg

Schloss 1

16945 Meyenburg

Telefon 033968 508961

Mail kontak@modemuseum-schloss-meyenburg.de

Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag 11 – 17 Uhr, Feiertage siehe Webseite

Eintrittspreise Erwachsene 7,00 €, Ermäßigt 5,00 €, Kinder 3,00 €

Webseite www.modemuseum-schloss-meyenburg.de

Vielen Dank nochmals für das kleine Interview.

Meine Eindrücke vom Besuch des Museums habe ich hier beschrieben, auch über das Museumscafé und die Möglichkeit Erinnerungsstücke zu kaufen. Mehr Fotos gibt es in diesem Beitrag.

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Besuch des Modemuseums Schloss Meyenburg

Nein, ich werde wohl keine Modebloggerin mehr werden, trotzdem beschäftigt mich das Thema Mode im Moment sehr. Vielleicht liegt das auch an meiner Kleiderschrank-Kur?  Wie auch immer – der Besuch des Modemuseums in der Prignitz passt zum Thema und lohnt sich auf jeden Fall.

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Das Modemuseum im Schloss Meyenburg

Wikipedia sagt es ganz sachlich: „Das Modemuseum Schloss Meyenburg zeigt Teile der umfangreichsten europäischen Modesammlung von Kleidermode des 20. Jahrhunderts von 1900 bis 1970, die von der Ost-Berliner Sammlerin Josefine Edle von Krepl zusammengetragen wurde.“  Ich kann nur sagen, dass ich aus dem Staunen nicht mehr herauskam. Jeder Raum war eine Steigerung des Vorangegangenen, bei dem Besuchern gab es ein Ständiges Ah und Oh, man erinnerte sich an vergessene Dinge und bestaunte wertvolle Stücke aus der Welt der Reichen und Schönen.

Kaum zu glauben, dass eine einzelne Person so etwas zusammengetragen hat und man fragt sich, wo diese vielen Kleider zuvor gelagert bzw. untergebracht wurden. Denn das Schloss ist vom Keller bis in die oberen Stockwerke mit Mode, Zeitgeist und Erinnerungen gefüllt. Auf 1000 Quadratmetern werden hunderte Kleider, Schuhe, Ketten, Capes, Dessous und Handtaschen aus dem 20. Jahrhundert gezeigt. Der letzte Schrei von gestern.

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Die Sammlerin und Gründerin des Museums

Josefine Edle von Krepl hat die Sammlung in über vier Jahrzehnten zusammengetragen.
Ein schwarzes Satinkleid, das sie als 14-Jährige von ihrer Großmutter bekam, machte den Anfang. Josefine Edle von Krepl studierte Design und Journalismus, arbeitete 13 Jahre lang für die DDR Zeitschrift „Für Dich“.

So kreativ ihre Arbeit auch war, frei entfalten konnte sie sich nicht. Sie kündigte und eröffnete die erste private Boutique Ostberlins. Selbst aus dem Umland reiste die zumeist weibliche Kundschaft an, um bei Josefine Edle von Krepl in der Boxhagener Straße zu kaufen. Allerdings passte auch das nicht zum DDR-Alltag. „Es macht einfach keinen Spaß mehr. Unter großem Herzensleid bin ich dann kurz vor dem Mauerfall ausgereist.“ Sie übernahm den kleinen Laden einer Frau, die in Wilmersdorf ebenfalls Antikmode verkaufte und zog 1998 mit ihrem Laden „Falbala“ an den Kollwitzplatz. Nun verkauft sie Antikmode in ihrem Museumsshop. (Pressetext Märkischer Markt 23/24. Mai 2007) 

 

Rundgang durch das Museum

Im Rahmen unserer Pressereise durften wir sogar fotografieren. Ein großes Privileg, denn natürlich will man nicht, dass ständig Selfies mit den Ausstellungsstücken gemacht werden. Also nehmt Euch lieber Zeit zum Anschauen und Schwelgen, die Atmosphäre kann man auch im Café genießen. Stilecht gibt es dort Kaffee und Kuchen. Und wie bereits erwähnt, kann man auch  Museumsshop originale Erinnerungsstücke kaufen.

 

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Neue Pläne für Museums

2015 ist die Museumsgründerin offiziell in Rente gegangen.  Axel Voigt folgte auf Josefine Edle von Krepl, war allerdings nur kurzzeitig im Amt. Seit Oktober 2016 gibt es mit der 28-jährige Susan Hoyer aus Leipzig eine neue Geschäftsführerin. Sie war nach einem langwierigen Bewerbungs- und Auswahlverfahren im Sommer die Favoritin des Vorstandes des Trägervereins Modemuseum Schloss Meyenburg. Für den Vereinsvorstand seien die vergangenen Monate eine „anstrengende und aufregende Zeit“ gewesen, blickt Jürgen Pilgrim zurück.  Nun will man im Museum an die Zukunft denken. „Wir müssen mal schauen, dass wir hier ein bisschen Hightech ins Museum bekommen“, sagte Jürgen Pilgrim. So könnte ein Audioguide den Rundgang der Besucher bereichern. „Und natürlich ist in Zukunft die Digitalisierung der Ausstellung in Angriff zu nehmen“, kündigte der Vereinsvorsitzende an.

Für 2017 stehen zahlreiche Sonderausstellungen an, es gibt Konzerte und Lesungen zum Thema Mode.

 

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Adresse:

Modemuseum Schloss Meyenburg e.V.

16945 Meyenburg
Schloss 1

Telefon 033968 – 50 89 61
Telefax 033968 – 50 774

Anfahrt:
A 24, BAB Hamburg – BAB Berlin, Abfahrt Meyenburg, dann die B 103 Richtung Meyenburg
A 19, BAB Rostock – Wittstock, Abfahrt Röbel,
dann über Darze und Stuer nach Ganzlin und weiter auf der B 103 nach Meyenburg

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 11 – 17 Uhr
letzter Einlass um 16:15 Uhr

Diese Angaben stammen von der Webseite des Museums. (http://www.modemuseum-schloss-meyenburg.de/index.htm)

Vielen Dank für die Museumsführung. Die Fotografien stammen von mir und dürfen nicht ohne Erlaubnis benutzt werden.

Ein kurzes Interview mit der neuen Geschäftsführerin Susan Hoyer findet Ihr hier.

 

Lost Place in Wittstock: die ehemalige Tuchfabrik Wegener

 Die alte Tuchfabrik (Friedrich Wilhelm Wegener) in der Nähe des Bleichwalls in Wittstock ist seit Jahren dem Verfall preisgegeben. Ich bin früh am Morgen dort entlanggelaufen und habe Bilder von außen gemacht. Das Gelände ist riesig und ist seit den 90iger Jahren weitgehend ungenutzt. Informationen zum Gelände findet Ihr unter meinen Fotos.

 

Mehr zur Geschichte der Fabrik findet man in einem Artikel auf der Seite der Stadt Wittstock an der Dosse.

Adresse:

Walter-Schulz-Platz 16909 Wittstock/Dosse

Standort:

Ehemalige Tuchfabrik Wittstock/Dosse

(Brandenburg)

Produktionshallen der ehemaligen Tuchfabrik Wittstock

Wittstock (Dosse) liegt in der östlichen Prignitz im Nordwesten des Landes Branden- burg. Bereits im Mittelalter bildeten Tuchherstellung und -handel eine wesentliche Lebensgrundlage der Einwohnerschaft. Im 18. Jahrhundert erlebte das Tuchgewerbe in Wittstock einen bedeutenden Aufschwung. Anfang des 19. Jahrhunderts arbeiteten hier über 80 Tuchmanufakturen, die überwiegend für das Militär produzierten. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts konzentrierte sich die Tuchherstellung auf zuletzt zwei große Hersteller, die Tuchfabriken Friedrich Wilhelm Wegener und Friedrich Paul. Beide verlegten um 1900 ihre nunmehr industrielle Tuchproduktion vor die Tore der Stadt. Dabei entstanden für die Wegenersche Tuchfabrik, die damals bereits mit der Tuchfabrik Draeger-Quandt in Pritzwalk fusioniert war, am heutigen Walter-Schulz- Platz eine beeindruckende Fabrikanlage. Neben einer Fabrikantenvilla wurden in mehreren Bauabschnitten mächtige mehrgeschossige Fabrikationsgebäude und einige Hallen errichtet. Bis 1990 zählte die Textilherstellung in Wittstock zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen, die den Lebens- und Arbeitsalltag mehrerer Tausend Menschen bestimmte. Die zuletzt in der DDR-Zeit als Möbelfabrik genutzte Tuchfabrik steht seit nunmehr über zwei Jahrzehnten ungenutzt leer. Als bedeutendes Zeugnis der Industriegeschichte Wittstocks und der Prignitz sowie als überaus markantes Wahrzeichen der einstigen Tuchmacherstadt besitzt die Tuchfabrik besondere Bedeutung und ist in die Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragen.

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Willkommen in der „Alten Ölmühle“ Wittenberge

Ich mag Hotels.
Dort soll man sich wohlfühlen – für eine Nacht oder länger. Die Ausstattung spielt eine Rolle, die Einrichtung ist oft Geschmacksache. Wenn man Zeit hat, gönnt man sich ein gutes Frühstück.

Nicht zu vergessen – die Atmosphäre. Und wenn alles zusammenpasst, dann ist der Aufenthalt im Hotel ein Erlebnis. So ging es mir bei der Alten Ölmühle, tolle Location, wunderbares Flair und die Liebe zum Detail.

Willkommen in der „Alten Ölmühle“ Wittenberge

Die „Alten Ölmühle“ in Wittenberge wurde im 19. Jahrhundert erbaut, Eigentümer war der Berliner Kaufmann Salomon Herz. Im Laufe der Jahre gab es viele Veränderungen (alles genau auf der Webseite der Ölmühle beschrieben) bis die Produktion von Ölen 1991 endete und das ganze Areal unter Denkmalschutz gestellt wurde. Keine Seltenheit in der Nachwendezeit, aber in diesem Fall erkannte jemand das Potential der Gebäude und der Lage an der Elbe.

Blick aus meinem Zimmer

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Geschichte lebendig machen – Wittstock 1636 – die Schlacht am Scharfenberg

Zentrale Archäologische Orte (ZAO) in der Prignitz Geschichte lebendig machen – das kann man demnächst in Wittstock erleben. Die Festwoche zur Schlacht am Scharfenberg im Dreißigjährigen Krieg beginnt am 19. September 2016 mit der Präsentation von Schulprojekten zu dem Thema und endet am Samstag, den 24. September mit einem Sternenmarsch. Nur alle fünf Jahre kann man Deutschlands größte Nachbildung einer Schlacht erleben.

24. September 1636 *

An diesem Tag fand vor 380 Jahren die Schlacht zwischen schwedischen und kursächsischen Truppen statt, die mit dem Sieg der 16.000 Schweden endete und damit einen wichtigen Platz in der schwedischen Geschichte einnimmt.

Von einem erhöhten Aussichtspunkt kann man auf das Schlachtfeld schauen. Wichtige Fundorte sind symbolisch gekennzeichnet, vom Berg werden die enormen Dimensionen des Schlacht sichtbar.

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